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Hallux valgus - Anatomie

Aufbau des Fußes

Der menschliche Fuß ist anatomisch sehr komplex, aus zahlreichen Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen und Nerven, aufgebaut, deren einwandfreies Zusammenspiel die Voraussetzung für die natürliche Funktion des Fußes bildet. Der Hallux valgus beeinträchtigt vor allem den menschlichen Vorfuß, der insofern Gegenstand dieser Beschreibung ist.

Das Skelett des Vorfußes besteht aus insgesamt drei Gruppen unter- schiedlicher Knochen:

  1. Fußwurzelknochen
  2. Mittelfußknochen
  3. Zehenknochen

 

Das Sprungbein, das Fersenbein, das Kahnbein, das Würfelbein und drei Keilbeine bilden den Fußwurzelknochen. Die fünf Mittelfußknochen bestehen aus der Basis, nahe dem Sprunggelenk, dem Mittelstück, auch als Schaft bezeichnet und dem Kopf, der auch Mittelfußköpfchen genannt wird. Der erste Mittelfußknochen befindet sich an der Innenseite des Fußes und ist sowohl der kürzeste als auch der kräftigste Mittelfußknochen. An die Mittelfußknochen schließen sich die Zehenknochen an. Diese bestehen jeweils aus dem Grundglied, dem Mittelglied und dem Endglied. Die große Zehe besteht lediglich aus dem Grund- und dem Endglied. Unter dem Köpfchen des ersten Mittelfußknochens befinden sich ein inneres und ein äußeres Sesambein. Hierbei verfügt das erste Mittelfußköpfchen über zwei Gleitrinnen, in denen die Sesambeine gelagert sind.

Zur Federung des Fußes und zur Dämpfung von Stößen bildet das Fußskelett drei Bögen. Zweien dieser Bögen dient das Fersenbein als Pfeiler. Das andere Ende dieser beiden Bögen wird von den Köpfchen des ersten und des fünften Mittelfußknochens gebildet. Die Köpfchen des zweiten bis vierten Mittelfußknochens bilden den dritten Bogen.

Betroffene Bereiche bei Hallux valgus

Der Hallux valgus betrifft die Knochen, Sehnen und Muskeln, die im Zusammenhang mit der großen Zehe stehen. Hier sind zunächst zwei am Fußrücken verlaufende Sehnen für die Kraftübertragung der Muskeln zum Strecken der Großzehe verantwortlich. Diese werden als langer Großzehenstrecker und kurzer Großzehenstrecker bezeichnet. An der Fußsohle verlaufen zwei weitere Sehnen, deren Muskeln den großen Zeh beugen. Sie werden als langer Großzehenbeuger und kurzer Großzehenbeuger bezeichnet. Der kleine Großzehenbeuger teilt sich am Ende in zwei Sehnenenden, denen die Sesambeine als Leitschiene dienen. Weiterhin sind der Großzehenanspreizer und der Großzehenabspreizer für die seitlichen Bewegungen der großen Zehe verantwortlich.

Als Hallux valgus wird eine Verschiebung der Längsachse der großen Zehe zur Fußaußenseite hin bezeichnet. Der erste Mittelfußknochen beschreibt gleichzeitig eine Richtungsverschiebung zur Fußinnenseite hin, so dass zwischen Großzehengrundglied und erstem Mittelfußknochen ein offener Winkel entsteht. In der Folge bildet sich zwischen dem Mittelfußköpfchen des ersten Mittelfußknochens und der Außenhaut ein Schleimbeutel, der den Druck von Schuhwerk auf den Knochen dämpfen soll. Auf einen ständigen Reiz von Außen reagiert der Schleimbeutel mit schmerzhaften Entzündungen. Es bilden sich weiterhin Knochenhautwucherungen, Zacken und Wülste oder sogar neues Knochengewebe. Von den Verschiebungen der Knochen werden, je nach Ausprägung des Hallux valgus, auch die Sehnen und Muskeln des Vorfußes in Mitleidenschaft gezogen. In der großen Zehe übertragen insgesamt vier verschiedene Nerven das Gefühl. Werden diese infolge des Hallux valgus überdehnt, so kann sich ein Taubheitsgefühl einstellen.

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